Das Theaterspiel wurde und wird in den meisten Klosterschulen als wesentlicher Bestandteil gepflegt und gefördert. In Disentis wird diese Tradition neu belebt. Der weitherum bekannte Konzertchor, einer der besten der Schweiz, wird eine gewichtige Rolle spielen. 

Wie jede Legende hat die Geschichte rund um Sigisbert, Placidus und Victor einen wahren Kern, und wie jede Legende lässt sie Raum für Interpretationen und Variationen. Das Festspiel wird die Kernbotschaft der Legende nicht verändern, zu den bestehenden Versionen jedoch eine neue hinzufügen.

Die Kontrahenten sind die Hauptfiguren Placidus, Sigisbert und Victor, der gedungene Mörder von Placidus sowie eine heidnische Heilerin und die ersten Bewohner der Desertina. Der Chor der Klosterschule, ein Sprechchor und das Orchester, ebenfalls bestehend aus Schülern, und nicht zuletzt die Chororgel der Kirche tragen wesentlich zur Wirkung des Festspiels bei.

Die Hauptdarsteller sprechen Deutsch, die Bewohner der Desertina Romontsch sursilvan, wobei die Dialoge so geschrieben sind, dass für das deutschsprachige Publikum erkennbar ist, worum es geht. Die zentralen Orte der Handlung sind der Urwald der Desertina, das rudimentär entstehende Klosterdorf und der Hof des Landesherrn Victor in Chur.

Das Festspiel findet in dem für das Kirchenvolk zugänglichen Teil der Klosterkirche Disentis und teilweise auf den Emporen statt und endet mit der Auflösung des Konflikts, d. h. mit dem Sinneswandel von Präses Victor und dessen Ankündigung, die Entwicklung des Klosters mit Schenkungen zu unterstützen – ein Entscheid mit positiven Folgen bis heute.

In den Klöstern wurde das Wissen seit jeher der nächsten Generation weitergegeben. In schriftlicher und mündlicher Form. So gesehen kann das Gymnasium & Internat Kloster Disentis auf eine gleich lange Geschichte zurückblicken wie das Kloster selber. Die Schüler sind folgerichtig das tragende Element des Festspiels, dessen Schluss in die Zukunft weist – die Zeit, in der die Jugend leben und wirken wird.

Das Kloster Disentis reicht in seinem Ursprung bis ins Jahr 614 zurück – im Jahr 2014 feierten die Benediktinermönche von Disentis 1400 Jahre «Stabilitas in Progressu – Beständigkeit im Voranschreiten».

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